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Westerkappeln - Mitte Dezember wurde im Bauausschuss gar nicht übers Geld gesprochen. Am Donnerstag im Rat ging es nun vor allem darum. Denn die Sanierung und der Umbau des Schulzentrums werden deutlich teurer als zunächst geschätzt. Das Architekturbüro Flatau (Osnabrück) geht jetzt von Gesamtbaukosten in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro aus.
Vor wenigen Wochen lag die Schätzung noch um eine Million Euro darunter. Zu dieser Steigerung um über 20 Prozent haben nach Darstellung von Diplom-Ingenieur Edmund Flatau vor allem zwei Faktoren beigetragen: Bei der Detailplanung habe sich die Haustechnik „als sehr schwierig" erwiesen. Dieser Bereich koste rund 500 000 Euro mehr als erwartet.
Etwa die gleiche Summe wird für den Brandschutz veranschlagt, der bis dato noch gar nicht berücksichtigt worden war. „Wir brauchen ein Konzept vom Keller bis zum Dach", erklärte Flatau. Allein für neue Brandschutztüren müssten knapp 200 000 Euro investiert werden.
Damit die Kosten in der Bauphase nicht ins Uferlose gehen, hat der Rat beschlossen die genannten 5,5 Millionen Euro als Obergrenze beschlossen. Flatau habe erklärt, dass er mit dieser „Deckelung" leben könne, wenn die Außenanlagen nicht berücksichtigt würden, erläuterte Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Gleichwohl wird angestrebt, auch diese noch möglichst aus den 5,5 Millionen Euro zu finanzieren.
Architekt Flatau kalkuliert bei der festgeschriebenen Summe noch mit einem „Kapitalpuffer". Einerseits, um auch die bislang nicht für eine Sanierung vorgesehenen Klassenräume zu renovieren. „Sonst ist das so, als kaufte man sich einen neuen Anzug und behält die Gummistiefel an." Andererseits möchte das Büro so Ausschreibungsergebnisse, die höher als erwartet ausfallen, auffangen.
Die CDU lehnte dies ab. Sie plädierte dafür, die Gesamtbaukosten auf fünf Millionen Euro festzuschreiben. Nach Meinung von Susanne Hehemann, Fraktionsvorsitzende der Union, kalkuliere Flatau zu sehr nach „kaufmännischem Grundsatz", indem er mögliches Einsparpotenzial einfach aufschlage. Die 500 000 Euro zusätzlich für den Brandschutz seien dagegen in Ordnung.
„Wir schmeißen kein Geld zum Fenster raus", erklärte Dieter Salewski vom Bauamt. Die jetzt vorliegende Kostenberechnung sei seriös. Sollte es dennoch zu weiteren Kostensteigerungen kommen, hat der Architekt - anders als bei früher geltender Abrechnungspraxis - nach Angaben von Salewski nichts davon. „Das Honorar bleibt gleich."
Edmund Flatau will die Politik in das Bauprojekt einbinden. „Ich möchte einen ständigen Dialog. Nicht der Architekt baut, sondern wir machen das zusammen." Deshalb wurde am Donnerstag ein Beratungsteam „Umbau Schulzentrum" mit Vertretern aller Ratsparteien gebildet. Diese sollen ihre Fraktionen ständig mit Informationen versorgen und insbesondere die Kostenentwicklung im Auge behalten.
„Wir sind nicht angetreten, um die Architekten reich zu machen", versicherte Flatau. In Armut werden sie aber wohl auch nicht verfallen. Die Summe aller Architekten- und Ingenieurleistungen für den Umbau des Schulzentrums beträgt laut Kostenberechnung 833 364 Euro.
Mehr zum geplanten Umbau des Schulzentrums lesen Sie in der Druckausgabe der Westfälischen Nachrichten vom 6. Februar.
VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN
Quele: WN 05.02.2010
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