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Westerkappeln - Das Fazit von Wolfgang Jonas (CDU) fiel am Dienstagabend deutlich aus: „Kaputt saniert !" Das Hanfriedenstadion ist nach dem Rückbau der 400-Meter-Bahn jedenfalls nicht schöner geworden. Zwei Jahre nach dem Abtransport der dioxinbelasteten Kieselrotschlacke ist das Sportzentrum immer noch eine Baustelle. Der von der Gemeinde mit der Planung beauftragte Professor Udo Schmidt hat das Sportzentrum noch nicht abgenommen, wie er bei einem Ortstermin des Sportausschusses klar gestellt hat.
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| Allenfalls Unkraut schießt hier in die Höhe. Leichtathletik lässt sich im Hanfriedenstadion nach der Sanierung nur bedingt betreiben. Foto: (Frank Klausmeyer) |
Die Sanierung des Stadions war ein Rückbau. Nachdem die Schlacke abgefahren wurde, ist die die früheren Rundlaufbahn auf eine 100-Meter-Strecke gestutzt und der Rest mit Mutterboden verfüllt und eingesät worden. Die ausführende Firma, die den Zuschlag im Mindestbieterverfahren erhalten hatte, habe damit ein Subunternehmen beauftragt, berichtete Schmidt. Und dieses habe den Rasen wie in der Landwirtschaft gesät: Die Rillen sind deutlich zu sehen.
Normalerweise verdichet sich der Rasen. Weil er aber weder gedüngt noch gewässert wurde, sind die Rillen geblieben. „Bei der Nachsaat ist außer Löwenzahn nicht viel gewachsen." Es handele sich jedoch nur um optische Mängel.
Die Sanierung der mit Kieselrot belasteten Flächen hat nach Angaben von Bürgermeister Ullrich Hockenbrink 180 000 Euro gekostet. 80 Prozent davon habe das Land an Zuschuss gezahlt. Für die Wiederherstellung der Leichtathletik-Anlagen seien zudem 85 000 Euro investiert worden. Der Fußballplatz wurde nicht angetastet. „Dem tat das aber ganz gut, dass er einige Zeit nicht bespielt wurde", meinte Hockenbrink gegenüber den WN.
Dies sah Udo Hachmann, Vorsitzender des TSV Westfalia 06 Westerkappeln, anders. Zwar ist das Laufen auf dem Rasen möglich, wobei Gehen empfehlenswerter als Rennen erscheint. „Es hat schon Verletzungen gegeben", sagte Hachmann. „Das hier ist Murks."
Dem wollte Schmidt nicht widersprechen. Er werden die Anlage nicht eher abnehmen, bis die Saatrillen verschwunden sind. Allerdings, so gab der Planer zu bedenken, sei der Großteil der früheren 400-Meter-Bahn als sogenannte Nebenfläche angelegt worden, also eben nicht für den regulären Sportbetrieb.
Bei der Kurzsprintbahn und den Sprunganlagen ist das anders. Wettkampfttauglichkeit war bei der Wiederherstellung zwar nicht verlangt, aber der Trainingsbetrieb für Westfalias Leichtathleten sollte zumindest möglich sein. Das ist er offensichtlich nicht. So schießt auf der Anlaufbahn für den Hochsprung nur das Unkraut in die Höhe. Aufgrund des undurchlässigen Bodens gibt es nach Regenfällen große Wasserpfützen. Matten müssten erneuert werden, wofür es allerdings kein Geld gibt.
Auch hier solle nachgearbeitet werden, stellte Dieter Salewski, Leiter der Bauabteilung im Rathaus, in Aussicht. Laut Ratsbeschluss hätten die Leichtathletikanlagen so wie vor der Sanierung wiederhergestellt werden sollen. „Das ist sicher nicht optimal." Die Mängel sollten nun in den Sommerferien beseitigt werden, kündigte Salewski an.
Bürgermeister Ullrich Hockenbrink erinnerte am Dienstag indes an das Angebot der Gemeinde Lotte an Westfalias Leichtathleten, das moderne Sportzentrum in Halen kostenlos zu nutzen. „Das ist eine hervorragende Anlagen, die größtenteils leer steht."
Den Einwand von Wolfgang Jonas, das Hanfriedenstadion könne auch für den Schulsport nicht genutzt werden, wollte der Verwaltungschef nicht stehen lassen: Es sei bei der Sanierung von Anfang an klar gewesen, dass es nicht mehr als eine provisorische Lösung geben werde, die nicht für den Leistungssport geeigent sei. „Und Schulsport ist kein Leistungssport."
„Wenn man die ganze Misere unter sportfachlichen Aspekten in den Griff bekommen will, muss man Geld in die Hand nehmen", meinte Jonas. Die SPD-Ratsmehrheit habe entsprechende Anträge der CDU jedoch immer von der Tagesordnung abgesetzt. „Wir stehen haarscharf am Haushaltssicherungskonzept", entgegnete Hockenbrink mit Hinweis auf die Finanzlage.
Jonas machte Professor Schmidt mitverantwortlich für die Sanierungsmängel. Dieser wies die Vorwürfe energisch zurück. Noch nie habe sein Büro so viele Kostenrechnungen angestellt wie für das Hanfriedenstadion. „Wenn das Geld nicht da ist, kann man nichts machen." Auch Salewski nahm den Professor mit Hinweis auf entsprechende Ratsbeschlüsse in Schutz. Schmidt habe auftragsgemäß gehandelt. „Und er hat von Anfang an deutlich gemacht, dass das, was wir machen, nicht DIN-gerecht ist."
VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN
Quelle: WN - 02.06.2010
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