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Westerkappeln - Der Ärger um die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle Handarpe ist immer noch nicht ausgestanden. Zumindest aus finanzieller Sicht könnte sich die Förderung der Erneuerbaren Energien für die Gemeinde zum Boomerang entwickeln.
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| Die Fotovoltaikmodule mussten im Winter von der Turnhalle Handarpe entfernt werden. Einsturzgefahr bestand aber wohl nie. Foto: (Frank Klausmeyer) |
Durch den Abbau der Solarmodule und die Überprüfung der Dachkonstruktion sind der Kommune mittlerweile Kosten in Höhe von 6000 bis 8000 Euro entstanden. Ob sie darauf sitzen bleibt, steht noch nicht fest.
"Regressansprüche sind weiter nicht auszuschließen", erklärte Bürgermeister Ullrich Hockenbrink am Dienstag im Bauausschuss. Wer allerdings Forderungen gegen wen stellt, ließ er dabei offen. „Die Lage ist recht verworren", meinte Hockenbrink auf WN-Nachfrage.
Einerseits habe der Betreiber der Solaranlage mehr Module aufs Turnhallendach gesetzt als erlaubt. Weil die Gemeinde Einsturzgefahr befürchtete, wurde die Anlage zwischenzeitlich ganz abgebaut.
Das wäre jedoch gar nicht erforderlich gewesen, wie sich später herausstellte. Denn offensichtlich bestand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines Einsturzes für das Gebäude, wie eine neue Prüfstatik bewiesen hat. Die Gemeinde hatte nur eine Statik in den Akten, wonach die Unterkonstruktion des Daches an den Trapezblechen hätte hängen sollen. Tatsächlich wird die Decke von Leimbindern gehalten, die wesentlich stabiler sind.
Der Betreiber der Solaranlage will Wiedergutmachung, weil ihm durch den Ab-, Um- und Wiederaufbau der Anlage sowie die entgangene Einspeisevergütung für nicht erzeugten Strom ein „immenser Schaden" entstanden sei, wie er Anfang Mai gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte.
Ärgerlich sei, so Hockenbrink, dass auch das Bauamt des Kreises eingegriffen und eine Sperrung der Halle verlangt habe, „hinterher aber nichts mehr davon wissen wollte".
Man werde nun „in aller Ruhe und Gelassenheit prüfen", wer für eventuell entstandenen Schäden hafte. „Wir haben jedenfalls nichts zu verschenken", stellte der Bürgermeister klar.
Trotz der nicht einkalkulierten Kosten werde die Gemeinde an der Verpachtung der Dächer verdienen, glaubt der Verwaltungschef. „Der Gewinn wird vielleicht nur geringer."
Unterdessen hat die Verwaltung die Statik anderer kommunaler Gebäude auf ihre Tragfähigkeit untersuchen lassen. Für die neue Bürgersolaranlage auf der Zweifachhalle und für die kleinen Module auf der Realschule und der ehemaligen Hauptschule werden keine Probleme gesehen.
Bei den Solaranlagen auf den Dächern der Grundschule Stadt und dem Hauptgebäude der Grundschule Handarpe seien nach Angaben des Betreibers - der übrigens identisch mit dem der Turnhalle Handarpe ist - ebenfalls alle statischen Vorgaben eingehalten worden.
Schriftlich hat die Gemeinde dies allerdings nicht. Trotz „unzähliger Aufforderungen", wie die Verwaltung in einem Sachstandsbericht schreibt, lägen immer noch keine prüfbaren Ergebnisse vor. „Ich gehe davon aus, dass wir die erforderlichen Informationen im Verlauf der Sommerferien bekommen", sagte Dieter Salewski, Leiter des Bauamtes. Bis dahin müsse man den Versicherungen des Betreibers Glauben schenken.
VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN
Quelle: WN - 24.06.2010
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