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Offene Ganztagsgrundschule platzt aus allen Nähten PDF Drucken E-Mail

Westerkappeln - Als die Offene Ganztagsbetreuung der Grundschule Stadt aus der Taufe gehoben wurde, hatten Rat und Verwaltung Bedenken, ob überhaupt genügend Kinder angemeldet werden. Andernfalls hätte die Rückzahlung von Landeszuschüssen für die Mensa gedroht. Mittlerweile platzt das Gebäude aus allen Nähten. Die Grundschule Stadt und der Förderverein Wespe als Träger der Ganztagsbetreuung haben deshalb einen Antrag auf Erweiterung des Hauses gestellt. Doch dieser Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen.

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Vorsicht ist für Kinder der Ganztagsbetreuung geboten, wenn sie ihre Tornister aus den oberen Ablagefächern heben. Sogar Erwachsene müssen sich schon strecken, wie Regina Michel zeigt. Foto: (Frank Klausmeyer)

Dabei ist das Begehren mehr als verständlich, wie sich die Mitglieder am Donnerstagabend bei einer Ortsbesichtigung überzeugen konnten. „Das Problem fängt schon im Flur an", berichtete Regina Michel, pädagogische Mitarbeiterin der Ganztagsschule. 61 Kleiderhaken für über 100 Kinder sind vor allem im Winter zu wenig. Weil der Platz fehlt, sind die Ablagefächer für die Schultornister so hoch gestapelt, als sollten auch gestandene Männer ihre Taschen dort lagern.

Im Betreuungsraum gibt es insgesamt 34 Stühle. Obwohl die Betreuer die Turnhalle und freie Räume in der Grundschule - soweit möglich - nutzen, komme es immer wieder vor, dass sich die Kinder auf den Boden setzen müssen, sagte Michel. Der Speisesaal ist zwar größer, gegessen werden kann aber auch nur gruppenweise.

Trotz der Raumnot bewertete Hauptamtsleiter Jürgen Hirleihei die Chancen für eine Erweiterung des Mensagebäudes als schlecht. „Es gibt keine finanziellen Möglichkeiten." Die Verwaltung habe die Hoffnung, das Räume in der Grundschule frei werden.

Sollte dies der Fall sein, müssten die Klassenzimmer aber entsprechend gestaltet werden, gab Regina Michel zu bedenken. Außerdem erfordere dies zusätzliches Personal, allein schon um die Aufsichtspflicht zu gewährleisten.

Dass die Schülerzahlen mit zurzeit rund 300 Kindern in den Keller gehen, ist nicht zu erwarten. Die Grundschule Stadt habe den „Aderlass" schon hinter sich, sagte Rektorin Roswitha Lührmann. Für die kommenden Jahre erwartet sie eine „gesicherte Dreizügigkeit".

Mit einem Rückgang der Anmeldungen für die Ganztagsbetreuung ist derweil nicht zu rechnen. Eher wird das Gegenteil eintreten. Im kommenden Schuljahr werden über 100 Kinder die Betreuung in Anspruch nehmen. „Mehr können wir nicht verkraften", meinte Petra Kleen, Vorsitzende der Wespe.

Trotzdem solle nach „Möglichkeiten im Bestand" gesucht werden, erklärte Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Im Speisesaal werden zurzeit auch noch Realschüler verköstigt. Wenn diese nach der Modernisierung des Schulzentrums in der eigenen Mensa essen können, wäre die Umnutzung eines Teils des vorhandenen Speisesaals für die Betreuung denkbar. Dann könnten vielleicht auch Grundschüler in der Realschulmensa essen, was Heike Cizelsky (CDU) zu der Befürchtung veranlasste, dass die kleinen Kinder dann „abgedrängt" werden. „Das ist alles eine Frage der Organisation", wollte Hockenbrink pädagogische Bedenken nicht gelten lassen.

Rolf Brall (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, die jetzige Toilettenanlage der Realschule für die Betreuung umzubauen. Doch dies wäre erst nach Abschluss der Sanierung möglich.

So lange möchte die Wespe eine Lösung für das Raumproblem aber wohl kaum aufgeschoben wissen. Der Bürgermeister wurde vom Schulausschuss beauftragt, mit dem Förderverein und der Grundschule nach kurz- oder mittelfristig verfügbaren Räumen Ausschau zu halten.

VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN

Quelle: WN - 25.06.2010